„Die komischste Katastrophe seit der Elbphilharmonie“

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Wattenscheid, ein Stadtteil von Bochum. Tiefstes Ruhrgebiet. Alte Steinkohlenzechen, alle längst außer Betrieb. Früher auch Textilindustrie. Aber sonst? Ein einziger, wichtiger Industriekonzern ist übriggeblieben: Die Wattenscheider Maschinenbau Actiengesellschaft, gegründet 1875 von Carl Johann Klapp. Kurz: die Wamabag. Heute ein internationaler Familienkonzern, geführt vom Urgroßenkel des Gründers, Konrad Klapp. Ein Mann, der Herausforderungen sucht. Neue Geschäftsfelder. Neue Horizonte.

Karte_Wattenscheid
Langeneß, Oland und Gröde, drei Halligen in der Deutschen Bucht. Flachstes Wattenmeer. Hoher Himmel, weite Sicht. Aber sonst? Zweimal täglich Ebbe und Flut. Und etwa 130 Bewohner, die seit Urzeiten den Naturgewalten trotzen – auf Warften, künstlichen Hügeln, die bei Sturmflut als einzige Flecken Land aus dem Wasser herausragen. Wer hier lebt, ist im wahrsten Sinne bodenständig. Und nicht unbedingt scharf auf Veränderung. Schon gar nicht auf die Visionen eines Maschinenbau-Industriellen aus dem Ruhrgebiet.

Karte_Langeness

Das ist die Ausgangslage des Romans Wattenstadt.

Da bleibt es nicht aus, dass zwei gegensätzliche Welten hart aufeinanderprallen. Denn ausgerechnet zwischen Langeneß und Gröde, mitten im geschützten Biosphärenreservat, plant Konrad Klapp die Wattenstadt, den ersten amphibischen Gezeiten-Erlebnispark der Welt: eine Glaskuppel auf dem Nordseegrund samt Hotel und Restaurants, zweimal täglich bei Flut vollständig überspült. „Biosphären-Wellness beim Hightech-Weltmarktführer“, diese Formel soll im kargen Norden Deutschlands Hunderte von Arbeitsplätzen schaffen.

 Mit großer Geste und skrupelloser Bauernschläue räumt Visionär Klapp alle Widerstände von Behörden, Halligleuten und Umweltschützern beiseite. Dank politischer Freunde in Kiel, Berlin und Brüssel heimst der bestens vernetzte Turbokapitalist Sondergenehmigungen und Subventionen ein. Der anfänglich sensationelle Erfolg seiner Multimillionen-Investition scheint ihm Recht zu geben. Doch mit dem Starrsinn einiger Widersacher hat Klapp nicht gerechnet: mit dem Hallig-Postschiffer Ocke Veddersen etwa oder der Abteilungsleiterin Inke Johannsen vom Amt für ländliche Räume – und schon gar nicht mit der Wellhornschnecke, der unterschätztesten Spezies im Schlick des Wattenmeeres.

Böse und treffsicher beschrieben. Der Autor kennt sich aus.

(Lakritze)

„Witzig, kurzweilig, alles andere als dumm.“

(Kiezneurotiker)